Ferndolmetschen

Durch die Entwicklung von spezialisierten Simultandolmetsch-Plattformen können sich Konferenzdolmetscher an einem ganz anderen Standort befinden und aus sogenannten Hubs oder in Extremfällen von zu Hause aus übersetzen.

Konferenzraum mit RSI-Ausstattung

Was ist ein Ferndolmetsch-Hub?

Die Präsenz von Konferenzdolmetschern in Kabinen vor Ort ist nach wie vor die Standardlösung, die gemäß den Empfehlungen von Calliope-Interpreters und dem Internationalen Verband der Konferenzdolmetscher AIIC  unter normalen Umständen vorzugsweise einzusetzen ist. Beim Ferndolmetschen in einem sogenannten Hub oder Studio befinden sich alle Dolmetscher an ein und demselben Ort. Ein Hub ist ein mit ISO-konformen Dolmetschkabinen und der für das Ferndolmetschen nötigen AV-Technik ausgestatteter Sitzungsraum. Während des Einsatzes der Dolmetscher befindet sich stets ein qualifizierter Ferndolmetsch-Techniker vor Ort, der die Dolmetscher im Hub und die Zuhörer an den verschiedenen Standorten technisch unterstützen kann.

Calliope hat Zugang zu Hubs in mehreren europäischen Städten, aus denen wir eine Verdolmetschung in zahlreichen Sprachen anbieten können. Außerdem haben unsere Dolmetscher Schulungen für die verschiedenen Ferndolmetsch-Plattformen durchlaufen. So verfügen wir über eine Datenbank von ferndolmetschfähigen Konferenzdolmetschern. Wir haben die verschiedenen Ferndolmetsch-Systeme untersucht und getestet und können unsere Kunden im Hinblick auf die passendste und sicherste Lösung beraten.

Was ist ein Ferndolmetsch-Heimstudio?

Bei Reisebeschränkungen oder Ausgangssperren können oder dürfen sich unsere Dolmetscher allerdings in der Regel nicht in einen Hub begeben, selbst wenn sich dieser an ihrem Wohnort befindet. Deshalb haben wir dafür gesorgt, dass unsere Dolmetscher – wenn nötig – mit der nötigen technischen Ausrüstung auch von zu Hause aus ferndolmetschen können. In jedem Fall muss ein Konferenztechniker mit Ferndolmetscherfahrung für die Unterstützung bei Proben und Tests und natürlich auch während der Veranstaltung zugeschaltet sein, um einen reibungslosen Ablauf sicherzustellen. Ein Heimstudio am Domizil des Dolmetschers ist jedoch immer eine Notlösung für außerordentliche Umstände. Wenn virtuelle Lösungen gefragt und unvermeidlich sind, ist ein Hub in jedem Fall einem Heimstudio vorzuziehen.

Was ist eine Ferndolmetsch-Plattform?

Für das Ferndolmetschen bietet sich eine Vielfalt technischer Lösungen an. Einige Simultandolmetsch-Plattformen funktionieren als autonome Lösungen, andere lassen sich in bestehende Videokonferenzsysteme einbauen. Als unabhängige beratende Dolmetscher haben wir uns dagegen entschieden, mit einem einzigen Plattform-Anbieter einen Exklusivvertrag abzuschließen. Damit sind wir in der Lage, unsere Kunden unvoreingenommen und neutral zu beraten und deren Bedürfnisse in den Vordergrund zu stellen.

Unbedingt berücksichtigen sollte man, dass das Ferndolmetschen für Dolmetscher kognitiv belastender ist als das Präsenzdolmetschen vor Ort. Deshalb richtet sich Calliope nach den Empfehlungen internationaler Organisationen, die eine Sitzung von höchstens dreieinhalb Stunden pro Tag oder zwei Sitzungen von je höchstens zweieinhalb Stunden Dauer und einer dazwischenliegenden Pause von 90 Minuten pro Tag vorschreiben. Bei länger dauernden Veranstaltungen ist die Anzahl der eingesetzten Dolmetscher zu erhöhen.

Calliope-Interpreters

  • hilft Ihnen, die beste Ferndolmetschlösung für Ihre Bedürfnisse zu ermitteln

  • findet für Sie die qualifiziertesten Dolmetscher mit der entsprechenden Ferndolmetsch-Schulung

  • kümmert sich um die Logistik, wenn sich ein Hub als beste Lösung erweist

  • stellt Tipps für Redner bei virtuellen Veranstaltungen zur Verfügung.

 

Erfolgsgeschichten aus unserem Auftragsportfolio

Ferndolmetsch-Heimstudio

Erfahrungsaustausch zwischen #UCLGMeets und Regionen während des COVID-19-Lockdowns

Während der COVID-19-Pandemie organisierte United Cities and Local Governments (UCLG), ein weltweiter Verband von Städten, Gemeinden und anderer lokaler Gebietskörperschaften, im Rahmen mehrerer Zoom-Webinare einen Erfahrungsaustausch über die von seinen Mitgliedern getroffenen Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie. Danielle Grée, die spanische Calliope-Vertreterin, war aufgrund der Ausgangssperre gezwungen, ein mehrsprachiges Dolmetschteam in Heimstudios einzusetzen. Die Webinare, die von mehr als 250 Teilnehmenden auf allen fünf Kontinenten verfolgt wurden, haben sich für diesen Meinungs- und Erfahrungsaustausch als äußerst nützlich erwiesen.

 

Ferndolmetsch-Hub in AthenBrandneuer Ferndolmetsch-Hub in Athen

Im Februar 2019, ein ganzes Jahr vor dem weltweiten Ausbruch der COVID-19-Pandemie, war Haris Ghinos, das griechische Mitglied von Calliope-Interpreters, der erste beratende Dolmetscher, der einen Ferndolmetsch-Hub in Europa eröffnete. Er scheute keine Investitionen: zwei Kabinen, zwei separate Internet-Leitungen, leistungsstarke Laptop-Rechner, zwei zusätzliche Bildschirme pro Kabine und USB-gekoppelte Headsets mit Gehörschutz. Damit wollte Ghinos auf die wachsende Nachfrage nach mehrsprachigen virtuellen Konferenzen und der Vermeidung unnötiger Reisen für Konferenzdolmetscher reagieren.

Am 15. April 2020, etwas über ein Jahr später, arbeiteten zwei Konferenzdolmetscher im Athener Hub bei einer virtuellen Konferenz zum Thema „Waiting to connect“, der ersten Ausgabe einer Reihe von Live-Webcasts über die Veränderungen, die COVID-19 in Gesellschaft, Wirtschaft und Alltag auslöst. Nicholas A. Christakis, Sterling Professor of Social and Natural Science an der Universität Yale, sprach über die weltweite soziale Isolation und das anhaltende Bedürfnis nach menschlichen Kontakten. Die Gesprächsrunde war von der Stavros Niarchos Foundation im Rahmen ihrer höchst erfolgreichen Veranstaltungsreihe DIALOGUES organisiert worden.

Diesen Artikel teilen: